Von Schmerzen gesunden - Hilfe zur Selbsthilfe

„Gesundheit ist nicht alles, doch ohne Gesundheit alles nichts". Diesen Satz von Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) erleben insbesondere Menschen mir chronischen Schmerzen.

Zumeist hat sich ein Teufelskreis aufgebaut, der aus Schmerzen, verminderter Lebensfreude, Entmutigung, Schwierigkeiten in Familie, Bekanntschaft und Beruf, körperlicher, seelischer und sozialer Entübung und weiterer Verstärkung der Schmerzen besteht. Die sich so entwickelnde ,Schmerzkrankheit', d.h. der Schmerz hat seine Warnfunktion verloren und ist selbst die eigentliche Krankheit, hat viele verschiedene Teilursachen und kann nicht durch wiederholte Einzelbehandlungen wie Schmerzmittel, Spritzen, Einrenkungen oder gar Operationen längerfristig gebessert werden. Viele Menschen haben diese Erfahrung bereits hinter sich.

Stattdessen ist es realistischer, sich auf den Weg zu machen und angehbare Teilursachen der Schmerzchronifizierung zu erkennen und diese Schritt für Schritt zu verbessern. Unser Behandlungskonzept favorisiert daher Hilfe zur Selbsthilfe. Dies bedeutet die Vermittlung von Kenntnissen und die aktive Durchführung von Übungen im körperlichen, seelischen und sozialen Verhalten eines Menschen. Diese müssen zur Aufrechterhaltung und weiteren Verbesserung des Behandlungseffektes in das weitere Leben übernommen werden. Dies erleichtern wir Ihnen durch ambulante Gruppenbehandlung.

Folgendes aktives (Be)-Handlungsprogramm steht zur Verfügung:

  • Eingehende Beratung auf der Basis wissenschaftlich fundierter Aussagen (Evidenz- basierte Medizin)
  • Gemeinsame Festlegung der Therapieziele
  • Aufstellung eines zeitlich und inhaltlich gestuften Therapieplanes mit interdisziplinärer Koordination der Ärzte und komplementären Berufe (u.a. Physiotherapie, Medizinische Trainingstherapie, Sozialberatung)
  • Gemeinsame Besprechung der Umsetzung dieses Therapieplanes
  • Ggf. Besprechung alternativer Behandlungen

  • Durchführung folgender aktiver Schmerzbehandlungsverfahren
    • Erklärung der Schmerzkrankheit auf der Basis eines bio-psycho-sozialen Modells der Schmerzchronifizierung
    • Psychotherapeutische Behandlungen
      • Problem- und Themenzentrierte Gespräche
      • Vorbereitung und Vermittlung weiterführender psychologischer Behandlung
      • Psychosoziale Beratungsgespräche
      • Psychosomatische Grundversorgung
      • Konflikt- und Stressbewältigungstraining
      • Tiefenpsychologisch fundierte Einzel- und Gruppentherapie
      • Schmerzbewältigungstraining, einzeln und in Gruppen
      • Entspannungsverfahren (Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Biofeedback)
      • Feldenkrais Therapie (in Kooperation)
    • Aktive Physiotherapie und Medizinische Trainingstherapie, kurzzeitig und auf Dauer (in Kooperation)
    • Durchführung eines ambulanten psychologischen Schmerzbeeinflussungsprogramms (Schmerzbewältigungstraining, Entspannungsverfahren)
    • Interdisziplinäre Besprechung der Schmerzkrankheit eines Patienten mit dem Therapeutenteam in einer Schmerzkonferenz
    • Ambulante Entzugsbehandlung bei Medikamentenfehlgebrauch

Zusätzlich oder alternativ können folgende passiven Schmerztherapieverfahren eingesetzt werden:

  • Medikamentöse Behandlung
  • Elektrische Stimulationsverfahren
    • Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
    • Transkranielle Gleichstromstimulation der Hirnrinde (tDCS)
  • Neuraltherapie
  • Akupunktur
  • Regionalanästhesieverfahren